2/14/2018

Heute empfehle ich Euch den neuen  booksnack von Joan Weng

"Klavierstunde"


Samt und Spitze


Diese Kurzgeschichte von Joan Weng erfüllt sämtliche Kriterien, die man von einer Kurzgeschichte erwartet. Welche das sind, erklärt der Verlag in einer Einführung sehr schön. Diese Idee, die Leser noch ein wenig vorzubereiten - auf das, was sie erwartet, gefällt mir sehr gut.
Joan Wenig versteht es meisterhaft, durch die kleinen (weil Kurzgeschichte), eingestreuten Cliffhanger große Spannung zu erzeugen. 

Die Charaktere sind überzeugend gezeichnet durch das was sie tun: die Mütter sprechen sich mit „meine Teure“ an, trinken gemeinsam Kaffee und organisieren Veranstaltungen. Nur Frau Zeidler führt ein anderes Leben, und ihr für damals ungewöhnlicher Name "Vicky" zeigt es an. Joan Weng zieht alle Register, die einen Text spannend machen und die Leser bei der Stange halten. Sie platziert kleine vorausschauende Bemerkungen ein wie „und dabei ahnten sie ja nicht im Entferntesten, was noch kommen würde.“
So geht es weiter, die Beschreibungen der 50er-Jahre Kulissen, die an der Puppe Romy gezeigt werden, sowie an dem grünen Samtkleid mit Spitzenkragen und –manschetten stimmen  in jedem Detail. Der langhaarige Pianist verwirrt die Spießer und gibt zu vielen Vermutungen Anlass. Die erste Liebe der Erzählerin zu ihrem Klavierlehrer geht ans Herz sowie das Verhalten der grausamen Schülerinnen, die der Mathelehrerin das Leben vergällen.
Die Geschichte steigert sich immer weiter zum Finale, die Spannung wird kunstvoll aufgeladen, „an das, was danach kam, kann ich mich nur noch verschwommen erinnern.“ Gerade, wenn man sich vorstellt, was nun noch kommen wird und sich freut, es erzählt zu bekommen…ja was geschieht dann? Lest selbst, damit es hochspannend bleibt.
Diese Kurzgeschichte ist ein Meisterstück, sie enthält im Ungesagten genauso viel wie im Gesagten. Sie erinnert an Fontanes „Effi Briest“, an Flauberts „Madame Bovary“- Sie wirft Fragen auf, die selbst Philosophen oder Juristen nur sehr schwer beantworten können, wenn überhaupt.


2/19/2016

Nackte Zweigspitzen

Sanftes Zittern  im Schneeflug

Streicheln meine Hand



3/10/2015



Rosen und Feigen

Vivian Rose ist ein ungewöhnliches kleines Mädchen, ganz besonders in der Zeit, in der sie lebte, mit elf Jahren war das 1904. Ihre Kindheit hatte sie sie bis dahin mit Lesen verbracht, Lesen besonders der alten Schreiber, Herodot,  Homer. Sie hatten ihre Fantasie so sehr angeregt, dass sie mehr und mehr wünschte, Archäologin zu werden, an Ausgrabungen teilzunehmen. Ein Unterfangen, dass zu dieser Zeit so gut wie undenkbar war für ein Mädchen. Verständnis für ihren Wunsch findet sie nur bei ihrem Vater, ihre Mutter will mit allen Mitteln verhindern, dass sie solche Pläne entwickelt.
Wir springen mitten hinein in ihre Geschichte, sie beginnt für uns an einer Ausgrabungsstätte. Eine kosmopolitische Gruppe von Wissenschaftlern ist dort versammelt. Dies ist der Stoff, aus dem gute Geschichten sind. Ein hochgebildeterTürke, ein Archäologe, ja, ein Polymath, der aus einer armenischen Familie stammt, Vivian, die schon lange von diesem Freund ihres Vaters fasziniert und in ihn verliebt ist, sie weiß es nur noch nicht. Auf dem Weg zurück von der Ausgrabungsstätte in Anatolien, früher Karien, erfahren sie, dass der Erste Weltkrieg ausgebrochen ist und für Vivians überstürzte Abreise aus dem Osmanischen Reich nach England sorgt.
Diese kleine Leseprobe gibt uns einen Eindruck von der faszinierenden Sprache Kamila Shamsies, sie ist eindringlich und spricht alle Sinne des Lesers an, besonders den gustatorischen und  olfaktorischen. Der Roman verspricht Unterhaltung im weitesten Sinne, intelligente Unterhaltung, Informationen für geschichtlich interessierte und diejenigen, die große, ungewöhnliche Liebesgeschichten lieben.


http://www.amazon.de/Die-Stra%C3%9Fe-Geschichtenerz%C3%A4hler-Kamila-Shamsie/dp/3827012287/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1425982835&sr=1-2&keywords=shamsie

12/24/2014

Christmas waves a magic wand over this world, and behold, everything is softer and more beautiful. ... ~Charles Dickens, The Pickwick Papers

Merry Christmas to everyone!!!

 

 

4/29/2014

Tulip








Tulip o dewy tulip

embedded in fern

freshness delight my soul

10/28/2012


Winter stalking fall

coming out from hiding

night brings ice image




Mirror on the wall

embrace me and my secrets

mysterious fog